„Wir brauchen euch als unseren zwölften Mann“: Daferner und Stamm appellieren emotional an die Dynamo-Fans nach Banner-Kontroverse

„Wir brauchen euch als unseren zwölften Mann“: Daferner und Stamm appellieren emotional an die Dynamo-Fans nach Banner-Kontroverse

Nach dem Banner-Skandal, der den Verein erschüttert hat, haben Dynamo Dresdens Stürmer Christoph Daferner und Cheftrainer Thomas Stamm eine bewegende und dringende Botschaft an die Fans gerichtet. Nachdem der Verein ein Banner, das Gewalt gegen Polizisten verharmloste, offiziell verurteilt hatte, brachen die beiden ihr Schweigen, um die emotionale Belastung für die Mannschaft zu schildern und um Zusammenhalt im Kampf um den Klassenerhalt zu bitten.

Die Kontroverse entbrannte während des Heimspiels gegen Arminia Bielefeld, als im K-Block ein Banner gezeigt wurde, das an einen Polizisten erinnerte, der bei den gewalttätigen Auseinandersetzungen im Magdeburger Derby schwer verletzt worden war. Die Inschrift des Banners, die inzwischen weithin verurteilt wurde, überschritt eine Grenze, die der Verein niemals überschreiten wollte.

Am Mittwoch veröffentlichte der Verein eine Stellungnahme, in der er sein „völliges Unverständnis“ zum Ausdruck brachte und betonte, dass „solche Äußerungen in keiner Weise der Haltung des Vereins entsprechen und mit unserem Leitbild unvereinbar sind. Die Verharmlosung von Gewalttaten gehört nicht zu unserem gemeinsamen emotionalen Auftreten.“ Für die Spieler, die unter dem Druck des Abstiegskampfes stehen, hat der Vorfall jedoch weit mehr Gewicht als eine offizielle Pressemitteilung.

„Das ist nicht Dynamo“ – Der Schaden ist angerichtet

Im exklusiven Gespräch mit den Medien ging Cheftrainer Thomas Stamm direkt auf das Banner ein und bekräftigte die Haltung des Vereins, fügte aber auch seine persönliche Sorge um seine Mannschaft hinzu.

„Wir als Team und Trainerstab suchen im K-Block Unterstützung, den zusätzlichen Ansporn, der das Rudolf-Harbig-Stadion zu einer Festung macht. Wenn wir ein Banner sehen, das das Leid anderer verhöhnt, fühlt sich das nicht wie Unterstützung an. Es fühlt sich an, als würden wir mit etwas in Verbindung gebracht, das den Werten dieses Vereins widerspricht“, sagte Stamm.

„Wenn der Verein sagt: ‚Das ist nicht Dynamo‘, stehen wir voll und ganz dahinter. Aber wir müssen ehrlich sein: Diese Vorfälle haben bei einigen Spielern die Hoffnung geraubt. Wir kommen jeden Tag hierher, um alles für dieses Trikot zu geben, und wir müssen wissen, dass die Stadt und die Fans hinter uns stehen und nicht Kämpfe führen, die nichts mit Fußball zu tun haben.“

Stamms Worte verdeutlichen eine wachsende Kluft zwischen den Aktionen einer kleinen Minderheit und dem Geist des Vereins. Erst vor wenigen Wochen wurden die Fans dafür gelobt, dass sie über 100 Banner in ganz Sachsen aufgehängt hatten, um die Mannschaft bei ihrem „Marsch ums Überleben“ zu motivieren – eine Energie, die Stamm selbst als „elektrisierend“ bezeichnete. Der Kontrast zwischen dieser positiven Unterstützung und dem jüngsten Banner könnte nicht größer sein.

Daferner: „Glaubt an uns, steht fest hinter uns!“

Stürmer Christoph Daferner, der die Offensive der SGD anführt, richtete einen ähnlich leidenschaftlichen Appell an die Fans. Für die Spieler auf dem Platz ist der Lärm von den Rängen ihr Treibstoff. Daferner räumte ein, dass die jüngsten negativen Schlagzeilen eine Ablenkung darstellen, die sich die Mannschaft im Abstiegskampf nicht leisten kann.

„Wir bitten euch, die wahren Fans von Dynamo Dresden, den Lärm auszublenden“, appellierte Daferner. „Der Großteil unserer Anhängerschaft ist unglaublich – loyal, lautstark und leidenschaftlich. Diese Leidenschaft müssen wir gegen die Gegner richten, nicht gegen uns selbst oder unsere Stadt. Wir brauchen eure Unterstützung und euren Glauben an uns.“

Daferner betonte, dass die Mannschaft die Last des Wappens und die Geschichte des Vereins spürt. „Wir wissen, was es bedeutet, für Dynamo zu spielen. Wir spüren die Verantwortung. Aber wenn solche Dinge passieren, entsteht eine negative Atmosphäre, die es uns erschwert, uns auf unsere Aufgabe zu konzentrieren: Fußballspiele zu gewinnen und den Klassenerhalt in der 2. Bundesliga zu sichern.“

Aufruf zum Handeln: Verbreitet die wahre Botschaft

In einem eindringlichen Appell appellierten Stamm und Daferner an die schweigende Mehrheit der Dynamo-Fans, Verantwortung für das Image ihres Vereins zu übernehmen. Sie bitten die Fans, digitale Botschafter für den positiven Geist der SGD zu werden.

„Wir bitten nicht nur um Schweigen, sondern um Handeln“, fuhr Stamm fort. „Wenn ihr diesen Verein liebt, wenn ihr an die Mannschaft glaubt und wenn ihr für Respekt und Fairness steht, wie in unserer Charta verankert, dann brauchen wir euch, um diese Botschaft zu verbreiten. Teilt eure Beiträge in den sozialen Medien, Fanforen und WhatsApp-Gruppen. Postet auf euren Timelines. Teilt die Werte des Vereins. Erinnert alle daran, was ‚Dynamo‘ wirklich bedeutet.“

Daferner fügte hinzu: „Wir sehen die Banner, die uns unterstützen, wir sehen die Fans, die für uns demonstrieren. Lasst dieses Bild uns repräsentieren. Verbreitet diese Botschaft. Erzählt es euren Freunden, eurer Familie, erzählt es der ganzen Welt: Die Mannschaft braucht euch!“

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