Dynamo Dresden gestaltet die Zukunft des Stadions: Umfassende Renovierungs- und Erweiterungspläne genehmigt

Dynamo Dresden gestaltet die Zukunft des Stadions: Umfassende Renovierungs- und Erweiterungspläne genehmigt

Der Vorstand der SG Dynamo Dresden hat ein umfassendes Projekt zur Renovierung und Erweiterung des Rudolf-Harbig-Stadions genehmigt und damit die Zukunft des traditionsreichen Stadions als zentraler Bestandteil der Vereinsidentität gesichert. Diese Entscheidung markiert den Beginn eines neuen Kapitels für ein Stadion, dessen Existenz die Stärke seiner Fans widerspiegelt. So wird sichergestellt, dass es sich weiterentwickelt, um den modernen Anforderungen gerecht zu werden und gleichzeitig seinen historischen Charakter zu bewahren.

🏟️ Die Vision: Ein steileres, imposanteres Zuhause

Die genehmigten Pläne konzentrieren sich auf eine deutliche Kapazitätserhöhung und eine bauliche Modernisierung. Kernstück der Erweiterung ist der Bau zusätzlicher Ränge auf den steilen Tribünen – ein komplexes, aber wegweisendes Bauprojekt.

Wichtigste Aspekte der geplanten Erweiterung:

• Erhöhte Kapazität: Die Pläne sehen eine Erhöhung der Stadionkapazität von derzeit 32.249 auf über 45.000 Zuschauer vor.

• Vertikale Erweiterung: Das Projekt sieht den Bau einer zweiten Ebene hinter jedem Tor sowie eines noch steileren, zweistöckigen Anbaus an der Westtribüne mit neuen VIP-Logen vor.

• Architektonische Herausforderung: Das Design könnte zu einem der steilsten Stadien Europas führen, mit Steigungen von über 45 Grad im Oberrang.

💰 Umgang mit finanziellen Realitäten

Obwohl die Vision ambitioniert ist, verfolgt die Vereinsführung bei diesen Mammutprojekten einen pragmatischen, stufenweisen Ansatz.

• Kostenüberlegungen: Eine Studie aus dem Jahr 2019 schätzte die Erweiterungskosten auf rund 50 Millionen Euro. Aufgrund der gestiegenen Baukosten dürften diese Kosten mittlerweile auf 80 bis 100 Millionen Euro gestiegen sein.

• Kurzfristige vs. langfristige Ziele: Vereinschef David Fischer erklärte, dass die vollständige zweistöckige Erweiterung zwar eine langfristige Vision sei, der Fokus derzeit aber auf kurzfristig realisierbaren Optimierungsmöglichkeiten liege.

• Kontinuierliche Verbesserungen: Jüngste Modernisierungen, wie die Installation von 1.000 bis 1.500 zusätzlichen Sitzplätzen für Heimfans im Gästeblock, belegen das Engagement des Vereins für stetige Verbesserungen.

⚽ Mehr als ein Stadion: Ein Beweis für die Macht der Fans

Die Geschichte des Rudolf-Harbig-Stadions ist einzigartig. Seine heutige Form, die 2009 eröffnet wurde, verdankt es vor allem dem unermüdlichen Einsatz der Dynamo-Dresden-Fans.

Anfang der 2000er-Jahre, als der Verein mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte, sprach die politische Stimmung für einen Umzug in einen neuen Sportpark oder sogar in Vororte wie Hellerberg. Dies stieß auf heftigen Widerstand. Die von Fans initiierte „Initiative ProRHS“ mobilisierte Tausende, organisierte Demonstrationen und Lobbyarbeit, um den Verein an seinem historischen Standort in der Lennéstraße 12, neben dem Großen Garten, zu halten.

Ihre Kampagne, die sogar die öffentliche Unterstützung von Persönlichkeiten wie Franz Beckenbauer erhielt, war erfolgreich. Der Stadtrat genehmigte schließlich den Wiederaufbau am alten Standort, und das neue Stadion öffnete am 15. September 2009 seine Pforten. Diese Geschichte macht die aktuelle Renovierung nicht nur zu einem Bauprojekt, sondern zur Fortsetzung eines Vermächtnisses, für das die Fans selbst gekämpft haben.

🔄 Strategische Modernisierung für eine nachhaltige Zukunft

Neben der langfristigen Expansionsvision verfolgt der Verein aktiv weitere strategische Modernisierungen, um seine finanzielle und operative Zukunft zu sichern:

· Neue Catering-Partnerschaft: Ab Juli 2026 übernimmt ein neuer Caterer. Der Verein investiert rund 1,5 Millionen Euro in die Renovierung der VIP-Bereiche. Entscheidend ist, dass Dynamo Dresden im Rahmen dieser Vereinbarung erstmals seit der Stadioneröffnung an den Catering-Einnahmen beteiligt wird, was erhebliche zukünftige Einnahmen verspricht.

· Infrastrukturinvestitionen: Der Verein prüft außerdem den Kauf seiner modernen Trainingsakademie, um die langfristigen Kosten zu senken, und evaluiert das Potenzial, das alte „Steinhaus“ in der Nähe des Stadions zu erwerben und für zusätzliche Büroflächen zu sanieren.

📅 Wie geht es weiter?

Nach der Zustimmung des Vorstands geht das Projekt in die detaillierte Planungs- und Finanzierungsphase über. Der Verein hat deutlich gemacht, dass wirtschaftliche Verantwortung oberste Priorität hat. Geschäftsführer David Fischer fasste den Ansatz so zusammen: „Jeden Euro können wir nur einmal ausgeben … wir müssen alles genau abwägen.“ Das bedeutet, dass die Fans in naher Zukunft mit einer Reihe gezielter, finanziell tragfähiger Modernisierungen rechnen können, die den Grundstein für die größere Erweiterung legen, sobald die Bedingungen es zulassen.

Die Entwicklung des Rudolf-Harbig-Stadions – von einem von den Fans bewahrten Wahrzeichen zu einer modernen Arena mit Zukunftspotenzial – geht weiter. Es bleibt das unbestrittene und leidenschaftlich verteidigte „Wohnzimmer“ von Dynamo Dresden.

Hätten Sie Interesse an einem detaillierteren Einblick, wie sich die Stadionumgestaltung auf das Stadionerlebnis der Fans auswirken könnte?

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