„Ich habe versucht, weiterzuspielen“: Die verheerende Nachricht vom Kreuzbandriss des Dortmunder Kapitäns Emre Can beendet seine Saison – und möglicherweise seine Ära
Das Bild von Emre Can, der trotz Schmerzen humpelte und mit den Armen winkte, um die Fans anzufeuern, obwohl sein Körper ihn im Stich ließ, wird nun als düstere Metapher für die Saison von Borussia Dortmund dienen. In einer Nachricht, die den Verein erschüttert und die „Gelbe Wand“ in Trauer versetzt hat, bestätigte der Klub, dass sich sein 32-jähriger Kapitän einen Kreuzbandriss zugezogen hat.
Was zunächst wie ein schmerzhafter Schlag in der Hitze des Klassikers gegen Bayern München aussah, hat sich für den erfahrenen Mittelfeldspieler zu einem Albtraumszenario entwickelt. Die Verletzung ereignete sich kurz vor der Halbzeit im Signal Iduna Park am Samstag, als Can nach einem Zweikampf mit Bayerns Konrad Laimer zu Boden ging.
In einem Moment, der seinen Kampfgeist unterstrich, versuchte der deutsche Nationalspieler zunächst, die Verletzung zu ignorieren. Er kehrte auf den Platz zurück und versuchte, sein Team trotz der offensichtlichen Schmerzen in seinem linken Knie zu führen. Doch der Körper weiß, wann der Kampf verloren ist. Nur wenige Minuten später gab er der Bank ein Zeichen und akzeptierte das Unvermeidliche. Als er vom Platz ging, erhob sich das Stadion – eine Standing Ovation, die eher einer Hommage als einer Auswechslung glich, als ob die Fans ahnten, dass sie ihren Anführer vielleicht nie wieder so sehen würden.
Am Sonntag bestätigten sich die Befürchtungen. Ein Riss des vorderen Kreuzbandes wird Can für mehrere Monate außer Gefecht setzen, seine Saison damit beenden und auf grausame Weise alle letzten Hoffnungen auf eine Nominierung für den deutschen Kader zur Weltmeisterschaft 2026 zunichtemachen.
Ein bitterer Schlag für einen wahren Anführer
Für Can selbst war das Schweigen vielsagend. Obwohl er sich noch nicht ausführlich öffentlich geäußert hat, ist die „deprimierende Botschaft“, die die Fans spüren, durch die Schwere der Diagnose und die große Anteilnahme seiner Angehörigen deutlich spürbar. Borussia Dortmunds Sportdirektor Sebastian Kehl sprach für den gesamten Verein, als er eine bewegende Botschaft überbrachte, die den Schmerz der Fans widerspiegelte.
„Emres Verletzung ist extrem bitter. Nicht nur für ihn, sondern für uns alle. Er ist unser Kapitän, stellt sich immer in den Dienst der Mannschaft und ist ein wichtiger Teil unseres Vereins. Emre wird in den nächsten Monaten unsere volle Unterstützung erhalten, damit er sich vollständig erholt.“
Die Worte „nicht nur für ihn, sondern für uns alle“ treffen den Kern der Sache. Can ist nicht nur ein Kaderspieler; er ist das emotionale Fundament einer Dortmunder Mannschaft, die mit Formschwankungen zu kämpfen hat. Er übernahm 2023 die Kapitänsbinde von der Legende Marco Reus, eine Verantwortung, die er stets mit Stolz und Kampfgeist getragen hat.
Die quälende Frage nach dem letzten Kapitel
Doch unter der Trauer über die Verletzung lauert eine bittere Ungewissheit, die diese Nachricht für die Fans noch deprimierender macht. Emre Cans Vertrag bei Borussia Dortmund läuft am Ende der Saison aus.
Da die Genesungszeit nach einem Kreuzbandriss üblicherweise acht bis zwölf Monate beträgt, ist die bittere Realität, dass wir Emre Can möglicherweise bereits zum letzten Mal im schwarz-gelben Trikot gesehen haben. Kehls Aussage deutet zwar darauf hin, dass der Verein ihn während seiner Rehabilitation unterstützen wird, doch das Fußballgeschäft ist oft gnadenlos. Es ist durchaus möglich, dass ein Spieler Mitte 30, der einen langen Genesungsweg vor sich hat, sein letztes Spiel für den Verein bestritten hat, ohne es überhaupt zu ahnen.
Ein Vermächtnis der Leidenschaft
Für die Fans, die ihn gegen Bayern München mit schmerzverzerrtem Gesicht und unter Schmerzen spielen sahen, war es die perfekte, herzzerreißende Momentaufnahme seiner Zeit bei den Dortmundern. Er gab alles, bis sein Knie nicht mehr konnte.
Da Dortmund nun den Rest der Saison ohne seinen Kapitän bestreiten muss, rückt die Menschlichkeit in den Vordergrund. Das Versprechen des Vereins, Can während seiner Rehabilitation beizustehen, ist ein Hoffnungsschimmer in dieser schweren Zeit.
Ob dies nun das Ende seiner Dortmunder Karriere bedeutet oder nur eine schmerzhafte Pause, Emre Cans Botschaft an die Fans ist bereits angekommen – nicht mit Worten, sondern durch seinen mutigen Versuch, trotz seiner Knieverletzung auf dem Platz zu bleiben. Nun bleibt der BVB-Familie nichts anderes übrig, als ihrem Kapitän, der im Angriff stürzte, ihre Anteilnahme zu zeigen.

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