„Ich akzeptiere es nicht, Ersatzspieler zu sein!“ – Chaïbis explosive Forderung bringt Rieras Frankfurt ins Wanken
Die Eingewöhnungsphase für den neuen Eintracht-Frankfurt-Trainer Albert Riera hat sich gerade etwas verkompliziert. Nach einem dramatischen 2:0-Sieg gegen den SC Freiburg heizte Matchwinner Farès Chaïbi die Debatte um die Startelf der Adler an, indem er öffentlich erklärte, sich nicht mit einem Platz auf der Bank zufriedenzugeben. Nach wochenlanger Frustration kämpft der algerische Zauberer um seinen Platz – und tut dies mit Toren und einer klaren Botschaft an seinen Trainer.
Wenn es eine Erkenntnis aus Frankfurts wichtigem Sieg gegen den direkten Europapokalrivalen Freiburg gibt, dann die, dass Farès Chaïbi das Warten satt hat.
Der 23-Jährige, der in der 64. Minute eingewechselt wurde, brauchte keine 60 Sekunden, um sich zu beweisen. Er nutzte einen Abpraller und hämmerte den Ball präzise ins untere Eck, um den Bann zu brechen. Als ob sein Tor nicht schon genug gewesen wäre, legte er später noch nach und bediente Jean-Mattéo Bahoya mit einem herrlichen Assist zum 2:0-Endstand.
Die eigentliche Schlagzeile folgte jedoch nach dem Schlusspfiff. Im Gespräch mit der Presse nahm Chaïbi kein Blatt vor den Mund, als er über seine aktuelle Rolle im Team unter dem neuen Trainer sprach.
„Die letzten Wochen waren sehr schwierig.“
Es war eine turbulente Saison für den ehemaligen Spielmacher von Toulouse. Nach einem vielversprechenden Start ließ seine Form nach dem Afrika-Cup nach, und die Ankunft von Albert Riera führte dazu, dass er nur noch eine Nebenrolle spielte. Gegen Freiburg saß er erneut auf der Bank – eine Situation, mit der er sichtlich unzufrieden ist.
Auf die Frage nach der Möglichkeit, sich dauerhaft als Joker zu etablieren, antwortete Chaïbi mit einer Direktheit, die im Deutschen Bank Park für Aufsehen sorgen dürfte.
„Sich mit der Rolle des Ersatzspielers abfinden? Nein. Jeder weiß, dass ich sehr ehrgeizig bin. Die letzten Wochen waren sehr schwierig für mich. Umso befriedigender ist mein Tor. Ich arbeite weiterhin hart. Natürlich bin ich sehr ehrgeizig und will immer um einen Stammplatz kämpfen.“
— Farès Chaïbi
Eine Warnung an Riera?
Chaïbis Aussagen werden von deutschen Medien als deutliche Warnung an Trainer Riera interpretiert. Obwohl er die Taktik des neuen Trainers lobt – er merkt an, dass „wir enorm viel Input vom Trainer erhalten haben“ und dass er „neue Dynamik“ eingebracht hat –, ist die Botschaft klar: Chaïbi sieht sich als Stammspieler, nicht als Einwechselspieler.
Das bringt Riera in ein interessantes Dilemma. Einerseits waren sein Coaching während des Spiels und sein Einsatz von Einwechselspielern außergewöhnlich. Chaïbis Tor war bereits das vierte Tor in Folge, das ein Frankfurter Einwechselspieler erzielte. Andererseits verlangt ein Spieler vom Kaliber eines Chaïbi – der in dieser Bundesliga-Saison bereits zehn Torbeteiligungen verbuchen konnte –, von der ersten Minute an auf dem Platz zu stehen.
Wie geht es weiter?
Chaïbis Ambitionen beschränken sich nicht nur auf den Vereinsfußball. Mit Blick auf die WM 2026, bei der er Algerien vertreten möchte, weiß der Mittelfeldspieler, dass er regelmäßig auf höchstem Niveau spielen muss. Sein Auftritt gegen Freiburg war eine perfekte Bewährungsprobe: Er gewann seine Zweikämpfe, spielte 81 % seiner Pässe und war maßgeblich am Ergebnis beteiligt.
Nun liegt es an Albert Riera. Belohnt er Chaïbis überragende Form und seinen unbedingten Willen mit einem Startelfeinsatz im anstehenden Spiel gegen den schwierigen FC St. Pauli? Oder hält er an der bewährten Aufstellung fest und riskiert damit den Unmut eines seiner technisch begabtesten und aktuell motiviertesten Spieler?
Eines ist sicher: Farès Chaïbi hat seine Forderung öffentlich gemacht. Im Kampf um einen Stammplatz hat er seinem Trainer den Fehdehandschuh hingeworfen. Für die Fans von Eintracht Frankfurt ist genau das der Druck, den sie lieben – ein talentierter Spieler, der unbedingt die Mannschaft auf dem Weg zur Europapokalqualifikation anführen will.
Wird Albert Riera Chaïbi gegen St. Pauli den ersehnten Startplatz geben? Teilt uns eure Meinung in den Kommentaren mit!

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