Die Umstrukturierung beim VfB Stuttgart nimmt Gestalt an: Zwei Führungskräfte verlassen das Team, der Kaderumbau beginnt, ein Technischer Direktor wurde ernannt und die Trainerfrage ist geklärt.
Während die Bundesliga-Saison 2025/26 ihrem dramatischen Finale entgegenfiebert, läuft die Maschinerie hinter den Kulissen des VfB Stuttgart bereits auf Hochtouren.
Während sich die Mannschaft um Sebastian Hoeneß auf ein mögliches DFB-Pokalfinale am 23. Mai vorbereitet und um einen Platz unter den ersten Vier kämpft, hat der Aufsichtsrat des Vereins entschlossen gehandelt, um die Zukunft des Klubs zu sichern. Diese Woche bestätigten die Schwaben einen tiefgreifenden Umbruch in der Führungsetage, klärten die Zukunft ihres Startrainers und beschleunigten den Kaderumbau für die Saison 2026/27.
Hier der aktuelle Stand in der Mercedesstraße Arena.
Der Führungswechsel: Zwei wichtige Abgänge
Die Umstrukturierung begann mit einem Abschied mit einem weinenden und einem lachenden Auge im Vorstand. Wie bereits zu Beginn der Saison berichtet, hat Rouven Kasper, das für Marketing und Vertrieb zuständige Vorstandsmitglied, den VfB Stuttgart offiziell verlassen und ist zum FC Bayern München gewechselt. Kasper war maßgeblich an der finanziellen Erholung und dem internationalen Markenaufbau des Vereins beteiligt, und sein Abgang ist ein herber Schlag für Stuttgarts Marketingabteilung.
Die Auswirkungen waren diese Woche jedoch noch deutlicher spürbar: Fabian Wohlgemuth tritt von seinem Posten als Sportvorstand zurück. Wohlgemuth hatte gemeinsam mit Hoeneß die bemerkenswerte Wende vom Abstiegskandidaten zum regelmäßigen Champions-League-Teilnehmer geschafft.
Das Verhältnis soll sich jedoch im vergangenen Sommer während des Transferfensters verschlechtert haben. Interne Quellen (und öffentliche Kritik von Hoeneß) deuteten auf eine Uneinigkeit hin, da es dem Verein nicht gelang, Nick Woltemade nach dessen 75-Millionen-Pfund-Wechsel zu Newcastle United adäquat zu ersetzen. Die überstürzte Verpflichtung von Jeremy Arevalo von Racing Santander für 7 Millionen Euro – ein Spieler, der seither nur 30 Minuten im Profifußball zum Einsatz kam – dürfte für den Aufsichtsrat der Tropfen gewesen sein, der das Fass zum Überlaufen brachte.
Die Trainerentscheidung: Kontinuität statt Chaos
Nach Wohlgemuths Abgang gab es zahlreiche Spekulationen darüber, ob Sebastian Hoeneß ihm folgen könnte. Der 44-Jährige wurde mit allen Top-Trainerposten in Europa in Verbindung gebracht, und es kursierten Berichte über eine „Alternativliste“ mit Fabian Hürzeler (Brighton) und Vincent Wagner (Elversberg) als mögliche Nachfolger.
Doch in einer heute Morgen veröffentlichten Pressemitteilung zerstreute der Verein alle Zweifel.
Der VfB Stuttgart hat bestätigt, dass Sebastian Hoeneß auch in der Saison 2026/27 Cheftrainer bleibt.
Hoeneß, der in seiner Amtszeit durchschnittlich 1,8 Punkte pro Spiel – ein historischer Wert – erzielt hat, stimmte der Umstrukturierung zu. Nach Wohlgemuths Abgang wird er nun noch mehr Einfluss auf die sportliche Ausrichtung haben.
Der neue Technische Direktor: Lukas Richter
Um die entstandene Lücke in der Kaderplanung zu schließen, hat der VfB Stuttgart schnell einen neuen Technischen Direktor verpflichtet.
Der Verein gab die Verpflichtung von Lukas Richter bekannt, einem ehemaligen Leistungsanalysten der deutschen Nationalmannschaft und zuletzt Leiter des Scoutings bei Bayer Leverkusen. Der 39-Jährige ist bekannt für seinen datenorientierten Ansatz und sein umfangreiches Netzwerk in Südamerika und Osteuropa – Märkte, die der VfB Stuttgart unbedingt erschließen möchte.
„Lukas verkörpert die moderne Ära des Fußballmanagements“, sagte Geschäftsführer Alexander Wehrle. „Er wird eng mit Sebastian Hoeneß zusammenarbeiten, um Spieler zu finden, die zum Stuttgarter Stil passen – dynamisch, jung und ehrgeizig.“
Insider vermuten, dass Richters erste Aufgabe darin besteht, den formschwachen Arevalo abzugeben und einen echten Mittelstürmer zu finden, der mit Tiago Tomás und Ermedin Demirović konkurrieren kann.
Kaderumbau 2026: Abgänge und Neuzugänge
Nachdem die Hierarchie feststeht, richtet sich der Fokus auf den Kader. Der Kader der Saison 2025/26 setzte bisher stark auf Leihspieler und unbeständige Nachwuchsspieler.
Abgänge:
· Alexander Nübel: Der Stammtorhüter kehrt zum FC Bayern München zurück, sofern nicht in letzter Minute eine Ablösesumme von 15 Millionen Euro ausgehandelt wird.
· Enzo Millot: Der französische Spielmacher wurde letzten Sommer für 30 Millionen Euro an Al-Ahli verkauft, und seine Kreativität wird schmerzlich vermisst. Der Verein muss sich noch an das Leben ohne ihn gewöhnen.
· Deniz Undav: Trotz einiger Glanzmomente strebt der Stürmer angeblich eine Rückkehr in die Premier League an, wobei Brentford Interesse zeigt.
Neuzugänge:
· Grischa Prömel: Der Transfer ist perfekt. Der Hoffenheimer Mittelfeldspieler wechselt ablösefrei und verstärkt das Mittelfeld.
• Mohamed Amoura: Der algerische Sprinter vom VfL Wolfsburg ist das Hauptziel. Mit einem Marktwert von rund 27 Millionen Euro würde dies den Transferrekord des VfB Stuttgart brechen, sollte Wohlgemuths Nachfolger zustimmen.
• Chema Andres: Das Eigengewächs von Real Madrid, das in seinen 15 Einsätzen in dieser Saison beeindruckt hat, wird voraussichtlich voll integriert.

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